Umbau Sachsenring 91Köln
23.425 m²
86.000 m³
msp architekten, Dortmund
HEVF 3 Sachsenring S.à r.l., Luxembourg
Am Sachsenring in Köln – Teil der wichtigsten Magistrale rund um das Zentrum der Stadt – stehen auf einem Grundstück zwei funktionale Gebäude, die nun im Auftrag des Bauherrn HEVF 3 in zwei Bauabschnitten und von zwei verschiedenen Architekten saniert und teilweise mit einer Nutzungserweiterung versehen werden.
„Mit minimalen Eingriffen werden beide Gebäude maximal ertüchtigt werden. Während die Fassade des Eiermannbaus denkmalgeschützt ist und erhalten bleibt, bekommt das Gebäude aus den 1980er-Jahren ein komplett neues Gesicht.“
Ursprünglich stand hier nur ein schmaler Riegel von Egon Eiermann aus dem Jahr 1957 als Solitär. Rund 25 Jahre später ergänzten HPP Architekten das Grundstück um ein weiteres Gebäude. Ein gemeinsamer Eingangsbereich verbindet seither die Bauwerke miteinander. Beide bislang als Verwaltung genutzten Gebäude werden nun saniert und im Fall des Eiermannbaus für eine neue Nutzung vorbereitet. Dort sollen neben Büros noch Lesesäle mit Flächen für Bücherregale, Vortrags- und Seminarräume sowie im Kellergeschoss ein Archiv mit Rollregallager entstehen. Da eine Nutzungsänderung stattfindet, entfällt der Bestandschutz. Deshalb müssen die relativ schlanken Rippendecken für die Anforderungen des Brandschutzes ertüchtigt werden. Eine Möglichkeit ist die sogenannte Cafco-Verkleidung. Hierbei wird die Rippendecke von der Unterseite mit Kunststoff beschichtet. Auf der Oberseite schlagen wir eine Aufbetonschicht als Verstärkung vor, da die Decken nicht die nötige Tragkraft für die Bücherregale aufweisen. Weitere Eingriffe in das teilweise denkmalgeschützte Gebäude sind relativ gering. Statisch positiv wirksam ist vor allem der Aufzugsschacht, der in den bestehenden Treppenhauskern eingezogen wird. Der zurzeit für beide Gebäude vorgesehene eingeschossige Eingangsbereich wird künftig nur noch dem Eiermannbau zugeordnet sein. Die Planung für die Nutzungsänderung kommt von raumsyntax.
Neues Erscheinungsbild
Das andere Gebäude wurde 1983 errichtet und steht nicht unter Denkmalschutz. Nun wird es von msp architekten umgestaltet. Vor allem die Fassade bekommt ein neues Gesicht. Neben der Verkleidung fassen die Architekten auch das Gestaltungsraster, nicht aber das Konstruktionsraster an. Zurzeit ist jeder dritte Pfosten der Fassade tragend. Die beiden anderen Pfosten werden künftig wegfallen und durch einen Pfosten ersetzt. Dadurch wird die Fensterfläche zunehmen und das Gebäude filigraner als bisher wirken. Außerdem wird der Bau zum Eifelwall hin um ein Geschoss in einer Leichtbauweise aufgestockt. Teilweise wird es als Staffelgeschoss ausgeführt. Da die bestehende Decke das neue Geschoss nicht tragen kann, wird das Staffelgeschoss auf einer Abfangebene stehen, die oberhalb der Geschossdecke eingezogen wird. Bis auf eine kleine Dachterrasse werden die Dächer mit einer extensiven Dachbegrünung und einer Photovoltaik-Anlage versehen. Auch in diesem Gebäude werden die Treppenhäuser verändert. Hier ist der Grund vor allem die Barrierefreiheit, Aufzugsschächte sind bereits vorhanden. Hinzu kommen noch kleinere Abrissarbeiten, die statisch allerdings eine untergeordnete Rolle spielen. Wie auch beim Eiermannbau muss für dieses Gebäude die Erdbebensicherheit nachgewiesen werden.



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