I/D Cologne, SCALA – Baufeld DKöln

I/D Cologne, SCALA – Baufeld D
BGF
15.100 m²
Architektur
slapa oberholz pszczulny | sop GmbH & Co. KG, Düsseldorf
Auftraggeber:in
I/D Cologne D GmbH, Monheim

Entlang der Schanzenstraße und der Peter-Huppertz-Straße in Köln-Mülheim entsteht zurzeit auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs das Quartier I/D Cologne. Es ist mit rund 70.000 Quadratmetern eines der größten Projektentwicklungsgebiete Kölns. Das Areal besteht aus zwei trapezförmig zulaufenden Flächen, die sich an ihrer Schmalseite miteinander verbinden. Dort, also im Zentrum des Areals, entsteht ein zwölfgeschossiges Bauwerk, das sich durch seine Höhe und Gestaltung von der umgebenden Bebauung abhebt.

SCALA, so der Name des Gebäudes, wurde von SOP Architekten entworfen. Es entsteht im Auftrag der I/D Cologne GmbH für den Bauherrn Art-Invest Real Estate und die OSMAB Holding AG. Scala ist der lateinische Begriff für Treppe – und der Name ist Programm. Zwar orientiert sich der Entwurf der Fassade zunächst mit einer stringenten Rasterung an den anderen Bauten und betont die industrielle Geschichte des Areals. Doch mit einem Kniff der Architekten wird das Gebäude besonders: Die Rasterung wird in einem treppenartigen Verlauf aufgebrochen. Es wirkt, als hätten die Architekten einen Teil des Gebäudes um ein Rasterfeld „herausgezogen“. Dadurch entstehen kleine, markante Terrassen, die durch ihre intensive Begrünung den optischen Bruch noch einmal verstärken. Oberhalb dieser Einschnitte werden die Lasten der äußeren Fassadestützen über auskragende Wandscheiben abgefangen und die Vertikalkraft auf die inneren Stützen umgeleitet. Das Drehmoment wird als Zug- und Druckkräfte auf die Geschossdecken verteilt und in den aussteifenden Kern eingeleitet. Etwas anders sieht es an den Ecken des Gebäudes aus: Dort werden die Lasten über Zugstützen und die tragenden Brüstungen abgefangen und ebenfalls über die inneren Stützen und Decken abgeleitet.

Stringentes Tragwerk

An sich ist das Gebäude klar gegliedert. Das Stützenraster verspringt nicht. Nur drei Stützen im Untergeschoss verlaufen schräg, um ausreichend Platz für die Fahrbahn der Tiefgarage zu bieten. Alle anderen Stützen laufen gerade durch bis auf Einzelfundamente. Nur der aussteifende Kern verfügt über eine tragende Bodenplatte. Die Räume der Haustechnik im Untergeschoss sind als weiße Wanne ausgeführt, da sie etwas tiefer liegen und in die wasserführende Schicht reichen. Alle anderen Räume des Untergeschosses haben als unteren Abschluss eine nichttragende Bodenplatte. Damit die Geschosshöhe so niedrig wie möglich gehalten werden kann, ist ein Großteil der raumgreifenden Leitungen der Haustechnik unterhalb dieser Bodenplatte und zwischen den Einzelfundamenten verlegt.

Abgesehen vom Erdgeschoss mit seinem repräsentativen Foyer, einem Café und weiteren Nutzräumen sind die Regelgeschosse als offene Büros konzipiert. Erst im Dachgeschoss nimmt die Haustechnik wieder einen Teil der Fläche für sich in Anspruch. Im Gegensatz zu den Dachterrassen ist hier die Fassade hochgezogen, so dass sich ein einheitlicher oberer Abschluss mit der Fassade der Büroräume bildet. Überdacht ist der Haustechnikraum jedoch nicht.

„Eine Herausforderung ist der Lastabtrag der Auskragung über dem Eingangsbereich. Da die Lasten hier besonders hoch sind, greifen wir an dieser Stelle auf eine Stahlverbundkonstruktion zurück, die direkt im Kern verankert ist.“

Dipl.-Ing. Violetta Przybylska-Schwieren
Projektleiterin
I/D Cologne, SCALA – Baufeld D
I/D Cologne, SCALA – Baufeld D
I/D Cologne, SCALA – Baufeld D

Bildrechte: © Art-Invest OSMAB Projekt GmbH

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