Haus am RudolfplatzKöln
12.810 m²
48.700 m³
Max Dudler GmbH, Berlin
Development Partner AG / Projektentwicklung Rudolfplatz in Köln GmbH, Düsseldorf
Im Westen des Kölner Zentrums teilt sich stadtauswärts die Hahnenstraße in den Rudolfplatz und die Pilgrimstraße. Das dazwischenliegende Grundstück war bislang mit zweckmäßiger, aber nicht schöner Nachkriegsarchitektur bebaut. Im Zuge eines Wettbewerbs aus dem Jahr 2015 wurde sie abgerissen. Stattdessen entstand auf dem östlichen Teil des Grundstücks ein Neubau nach Plänen des britischen Architekturbüros Caruso St John. Nun wurde der Block durch einen Neubau von Max Dudler komplettiert.
Der Entwurf von Max Dudler bildet den westlichen Abschluss des Grundstücks und steht parallel zum Hohenzollernring. Wie auch Caruso St John orientierte sich Max Dudler bei seiner Materialwahl am historischen Hahnentor und entschied sich dazu, Pfosten und Riegel mit Naturstein zu verkleiden. Die Kubatur nimmt starken Bezug zum Caruso-St-John-Bau auf, sieht aber nicht nur das Erdgeschoss, sondern auch das erste Obergeschoss für den Einzelhandel vor. Darüber befinden sich – wie auch beim Nachbarbau – Büros hinter einer geschosshohen Verglasung.
Da die Fassade zum Rudolfplatz im Erdgeschoss teilweise etwas eingerückt ist und deshalb eine Spannweite von 18 Metern entsteht, musste sie in den darüberliegenden Geschossen über eine aufwendige Rahmenkonstruktion abgefangen werden. Aufgrund der gewünschten Flexibilität waren generell relativ viele Lasten abzufangen. So wird zum Beispiel die gesamte Last der siebengeschossigen Fassade an der Längsseite über einen Randbalken im Untergeschoss in die Wand umgeleitet.
„Zusammen mit dem Bau von Caruso St John bildet das Gebäude von Max Dudler einen selbstbewussten, eigenständigen Block, der im Gegensatz zur ehemaligen Bebauung dem gegenüberliegenden historischen Hahnentor Luft zum Atmen lässt.“
60 Tonnen Geschichte
Gegründet ist das Gebäude auf einer elastisch gebetteten Bodenplatte, die als weiße Wanne ausgeführt wurde. Ausgesteift ist es über seine zwei Kerne sowie über die Giebelwände zur benachbarten Bebauung.
Das Gebäude verfügt über drei Untergeschosse. Die beiden unteren dienen als Tiefgarage, teilweise so ausgeführt, dass Doppelparker möglich sind. Ein Durchbruch verbindet die Tiefgaragen beider Gebäude miteinander, da die Zufahrt über den Nachbarbau führt. Das verbleibende Untergeschoss ist dem Einzelhandel zugeschlagen. Es ist über einen Tunnel direkt mit der U-Bahnstation Rudolfplatz verbunden.
Wie schon in der Planung vermutet, wurde beim Ausschachten der Baugrube eine alte römische Stadtmauer entdeckt. Vorgabe des Denkmalschutzes war, diese Mauer im Gebäude sichtbar zu machen. Sie steht nun leicht versetzt zu ihrem ursprünglichen Standort im 2. Untergeschoss. Da die Mauer 60 Tonnen wiegt, ist das Deckenfeld an dieser Stelle etwas dicker und in der Betongüte C50/60 ausgeführt.



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