Franz-Geuer-StraßeKöln

Franz-Geuer-Straße
BGF
49.500 m²
Architektur
konrath und wennemar architekten ingenieure, Düsseldorf
Auftraggeber:in
Swiss Life Asset Managers, Köln

Seit Siemens 2021 seine Niederlassung von Köln-Ehrenfeld nach Köln-Mülheim verlegt hatte, stand der bisherige, rund 50 Jahre alte Verwaltungsbau leer. Eine Umnutzung wurde diskutiert, aber aufgrund der bauphysikalischen Voraussetzungen relativ schnell verworfen. Der 180 Meter lange und 35 Meter tiefe Koloss musste also weichen, um Platz zu machen für 450 neue Wohnungen. Die Planung übernahm das Architekturbüro Konrath und Wennemar für den Bauherrn Swiss Life Asset Managers.

„Um die benötigten Flächen in einem statt in zwei Untergeschossen bereitstellen zu können, springt es unter der aufgehenden Fassade etwas hervor.“

M.Sc. RWTH Alexander Kemnitz
Projektleiter

Auf einer Bruttogrundfläche von rund 49.500 Quadratmetern entsteht auf vier Baufeldern ein Quartier, das weitgehend autofrei gehalten werden soll. Nur die städtischen Dienstleister wie die Müllabfuhr dürfen das Areal befahren. Den Bewohnern werden Parkplätze in Quartiersgaragen zur Verfügung gestellt, die von den Rändern des Quartiers aus erschlossen werden.

Baufeld A befindet sich zurzeit in der Entwicklung. Entstehen soll eine Blockrandbebauung aus neun leicht vor- und zurückspringenden Baukörpern mit fünf bis acht Geschossen, die wiederum teilweise als Staffelgeschosse geplant sind. Ursprünglich waren zusätzlich zwei Untergeschosse vorgesehen, die jedoch im Verlauf der Planung auf eines reduziert wurden. Da der Block nicht komplett unterkellert sein darf – der Hof soll als Versickerungsfläche dienen – musste bei der Planung des Untergeschosses ein Kompromiss her: Um die benötigten Flächen bereitstellen zu können, springt das Geschoss nun etwas unter der aufgehenden Fassade heraus – mit Folgen für das Tragwerk: Die Lasten der Fassade können nicht direkt über die Wände des Untergeschosses abgetragen werden. Unterzüge stehen als Abfangung und Stützen zwischen den Parktaschen zur Ableitung der Kräfte zur Verfügung. Da sich durch die Fahrbahnen der Tiefgarage für die Unterzüge relativ große Spannweiten von bis zu sieben Metern ergeben, sind sie entsprechend groß dimensioniert. Ausreichend Platz dafür ist vorhanden, da die Höhe des Untergeschosses mit 4,10 Metern großzügig dimensioniert ist. Diese Höhe wird unter anderem dafür benötigt, Doppelparker unterzubringen. Da kein drückendes Wasser anfällt, sind die Fahrbahnen lediglich gepflastert. In diesem Bereich ist das Gebäude auf Einzel- und Streifenfundamenten gegründet. Anders sieht es bei den übrigen Flächen aus: Hier steht das Gebäude auf einer Bodenplatte.

Obwohl für das Areal auch gewerbliche Flächen vorgesehen sind, befinden sich im Block auf Baufeld A ausschließlich Wohnungen. Die Grundrisse sind so konzipiert, dass Wohnungstrennwände durch alle Geschosse reichen und so für die Aussteifung des Gebäudes zusätzlich zu den vorhandenen Kernen angerechnet werden können. Auf den Dächern sind unterschiedliche Nutzungen geplant. Größtenteils handelt es sich um begrünte Flächen, die mit Photovoltaikanlagen bestückt sind. Einige Dachbereiche dienen jedoch auch als Spielfläche oder Dachterrasse.

Franz-Geuer-Straße
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