DRKKöln
ASTOC Architects and Planners GmbH, Köln
Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Kreisverband Köln e.V., Köln
Nach Plänen von ASTOC entstanden in Köln-Ehrenfeld zunächst die Geschäftsstelle und im Anschluss das Ehrenamts- und Katastrophenschutzzentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das Gebäudekonglomerat erstreckt sich über zwei Grundstücke, die durch die Oskar-Jäger-Straße voneinander getrennt sind, und wurde im laufenden Betrieb errichtet.
„Planung und Bau des DRK-Campus zogen sich über sechs Jahre hin. Das Management der Baustelle war eine logistische Meisterleistung, da die Gebäude im laufenden Betrieb abgebrochen und anschließend neu errichtet wurden. Im Zuge dessen mussten immer wieder provisorische Unterkünfte organisiert werden.“
Der Standort ist für das Deutsche Rote Kreuz nicht neu. Schon vor der Neustrukturierung der beiden Grundstücke hatte das DRK hier seinen Sitz. Allerdings genügten die Gegebenheiten nicht mehr den aktuellen Anforderungen: Das Areal war an seine Kapazitätsgrenzen gekommen und musste von Grund auf neu geordnet werden. Dafür wurde der Großteil des Bestands abgerissen – bis auf ein ehemaliges Wohngebäude handelte es sich dabei um Garagen und Industriebauten. Die Nutzung durch das DRK blieb indes heterogen; mehrere Gebäude nehmen die unterschiedlichen Nutzungen auf: Auf dem östlichen Grundstück musste zunächst eine Bestandshalle weichen. An ihrer Stelle entstand ein viergeschossiger Neubau, der dem Kreisverband des DRK als Geschäftsstelle dient. Ein weiteres Bürogebäude wurde samt der angrenzenden Fahrzeughalle saniert und modernisiert. Hier hat nun die Rettungswache nebst Fuhrpark ihren Sitz. Außerdem befindet sich hier die Kleiderkammer, in der Bedürftige sich mit gebrauchter Kleidung eindecken können. Etwas weiter hinten auf dem Grundstück wurde ein Wohngebäude errichtet, in dessen Obergeschossen 30 Betriebswohnungen Platz finden. Das Erdgeschoss bietet Raum für die Tagespflege von Demenzkranken.
Nach der Fertigstellung dieser Gebäude ging es auf dem westlichen Grundstück weiter: Hier entstanden ein Gebäude für das Ehrenamt sowie die Fahrzeughallen für den Katastrophenschutz. Da das Verwaltungsgebäude im Gegensatz zu den Hallen auf dem angrenzenden Nachbargrundstück unterkellert ist, musste die Baugrube relativ aufwendig gesichert werden. Die neuen Fahrzeughallen wurden auf Pfählen gegründet, da der Boden hier nicht besonders tragfähig war. Die Hallen wurden in Fertigbauweise errichtet, die Stützen im Vorfeld mitsamt dem Fundament hergestellt und vor Ort auf den Pfählen vergossen. Wegen Erdbebensicherheit sind die Stützen mit Zerrbalken zu einem Raster verbunden. Damit deutlich wird, dass die Gebäude der beiden Grundstücke zusammengehören, folgen sie einer gemeinsamen Gestaltungslinie: Form, Farbe und Materialität nehmen Bezug zueinander auf.



Bildrechte: © Foto: Stefan Schilling


