VertikumDüsseldorf
5.300 m²
19.575 m³
caspar., Köln
HIH Projektentwicklung GmbH / HIH Real Estate GmbH, Hamburg
Um Fläche für städtebauliche Neugestaltung rund um den Gustaf-Gründgens-Platz in Düsseldorf zu gewinnen, wurde 2013 die „Tausendfüßler“ genannte Hochstraße abgerissen – obwohl sie unter Denkmalschutz stand. Der Straßenverlauf wurde unter die Erde verlegt, und gegenüber dem Dreischeibenhochhaus entstanden mit etwas zeitlichem Abstand die beiden Einkaufszentren Kö-Bogen I und II. Fährt man den Kö-Tunnel Richtung Süden, fällt der Blick an der Rampe am Ende des Tunnels als erstes auf das „Vertikum“ genannte Bürogebäude, das 2023 nach den Plänen des Architekturbüros caspar. entstand.
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein neungeschossiges Bürohochhaus, das für HIH Projektentwicklung entworfen wurde und – laut caspar. – entfernt an das weltbekannte Flatiron Building in New York erinnert. Und in der Tat: Die Ansicht des konisch zulaufenden Gebäudes wirkt mit seinen abgerundeten Ecken elegant, auch wenn die Ecke nicht so spitz ist wie bei der amerikanischen Architektur-Ikone und der Vergleich eher augenzwinkernd gemeint sein dürfte.
Von außen betrachtet fällt das Gebäude durch den hohen Anteil an Glasflächen auf. Wer einen genaueren Blick auf die Fassade wirft, erkennt ausgefeilte Details wie die abgerundeten Glasscheiben und die geschwungene Verkleidung der Pfosten aus Naturstein, die dem Gebäude die vertikale Struktur verleihen. Apropos: Die Pfosten sind Teil des Stahlbetonskelett-Tragwerks und bestehen überwiegend aus Fertigteilen, wie auch der Rest der Fassade, die – soweit möglich – als fertige Tafelelemente geliefert wurden. Ausgesteift wird das Gebäude lediglich über den Treppenhauskern. Weitere Wände waren nicht vorgesehen. Auch die Anzahl der Stützen im Innenraum sollte minimiert werden. Lediglich zwei mussten wir schließlich einplanen. Trotz der relativ großen Spannweite sollten auch die Decken möglichst schlank bleiben. Um das zu erreichen, wurde die Schalung an einigen Stellen überhöht – die Decke bekommt hier in der Herstellung eine leichte Vorverformung nach oben, die sich dann durch das Eigengewicht wieder nivelliert.
„Das Gebäude hat für ein Hochhaus ein verhältnismäßig geringes Bauvolumen. Dennoch standen wir vor denselben Herausforderungen wie bei einem größeren Bauvorhaben und konnten sie zu aller Zufriedenheit lösen.“
Verzicht auf ein Technikobergeschoss
Das siebte und das achte Obergeschoss sind zu den Nachbargebäuden hin etwas zurückversetzt. Dadurch entsteht eine großzügige Dachterrasse. Die Lasten der Fassade dieser beiden Obergeschosse werden zum Teil durch die Decke des sechsten Obergeschosses abgefangen. Da wir bis auf einen wandartigen Träger über dem Eingangsbereich auf Ober- oder Unterzüge möglichst verzichten sollten, sind in dieser Decke deutlich mehr Eisen als in den anderen Decken verbaut. Auch hier wurde die Decke teilweise überhöht ausgeführt. Aufgrund der einzuleitenden Kräfte war es an diesen Stellen nicht möglich, bei den Betonteilen der Fassade auf Fertigteile zurückzugreifen; sie wurde stattdessen in Ortbeton hergestellt. Ursprünglich war ein zusätzliches Technikgeschoss geplant, das dann allerdings den Vorstellungen des Denkmalschutzes zum Opfer fiel. Die Haustechnik ist nun im Untergeschoss untergebracht, das vorher noch als Tiefgarage geplant war. Um die technischen Geräte tragen zu können, ist die elastisch gebettete Bodenplatte unterschiedlich dick ausgeführt. Da die Fundamente der Nachbarbebauung einige Zentimeter auf „unser“ Grundstück reinragen, mussten wir die Lasten der Obergeschosse an einigen Stellen der Bodenplatte mit einer Art Konsole abfangen.


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