Sekundarschule Am BiegerparkDuisburg

Sekundarschule Am Biegerpark
BGF
17.155 m²
BRI
79.310 m³
Architektur
RKW Architektur + GmbH, Düsseldorf
Auftraggeber:in
RKW Architektur + (Generalplaner), Düsseldorf

Viele neu gebaute oder modernisierte Schulen setzen auf das Konzept der Cluster-Schule. Sie zeichnet ein flexibler Raumbedarf aus, da die herkömmliche Klassenraumstruktur in eine Vielzahl von Fach-, Lern- und Gruppenräumen sowie Gemeinschaftsbereichen aufgebrochen wird.

In Duisburg wird die Sekundarschule „Am Biegerpark“ nach diesem Prinzip modernisiert und erweitert. Nach Plänen von RKW+ wird der Bestand an heutige Anforderungen angepasst und um neue Räume ergänzt. Die Schule, ursprünglich in den 1950er-Jahren gebaut, wurde in den 1960er-Jahren erweitert und vor einigen Jahren um einen Klassenraumtrakt ergänzt. Nun erhält sie ein neues Hauptgebäude und eine neue Sporthalle. Aus der bisher vierzügigen Sekundarschule wird eine sechszügige.

Das Zentrum des neuen Hauptgebäudes ist die Aula. Sie ist zugleich das Foyer und erstreckt sich auf mehrere Ebenen. Treppen über die ganze Breite des Raumes verbinden die Podeste. Um diesen Raum so stützenfrei wie möglich zu bekommen, setzen wir in der entsprechenden Achse in jedem Geschoss 90 Zentimeter starke Stahlverbundträger ein. Sie spannen über 16 Meter und ersetzen größere Abfangträger in der Aula, da sie nur die Last des jeweiligen Geschosses aufnehmen und dadurch relativ schlank bleiben können. Das wiederholen wir auf der anderen Seite des zentral gelegenen Lichthofs. Dort gibt es zwar keinen vergleichbar genutzten Raum, doch die offene Fläche unterstützt die flexible Nutzung der Cluster-Schule. Eine weitere Besonderheit sind die Treppenhäuser: Zwei der drei Aufgänge liegen an den Ecken des Gebäudes und sind nach außen komplett verglast. Dadurch scheinen die Treppenläufe zu schweben. Tatsächlich sind sie jedoch von der Decke abgehängt. Gegründet ist das teilunterkellerte Gebäude auf Einzel- und Streifenfundamenten, die durch eine nichttragende Bodenplatte miteinander verbunden sind. Lediglich unter den Treppenhäusern befindet sich eine tragende Bodenplatte.

Etwas versetzt zum neuen Hauptgebäude entsteht die neue Sporthalle als eigenständiger Baukörper. Hauptsächlich besteht sie aus einer Dreifeldhalle mit einer kleinen Tribüne. Neben einer Erschließungszone befindet sich im Erdgeschoss ein Fahrradunterstand. Darüber ist noch eine kleinere Einfeldhalle mit einer geringeren Höhe eingeplant, so dass sich in der Fassade eine homogene Ansicht ergibt. Die Dreifeldhalle wird überspannt von Holzbindern mit einer Höhe von 2,05 bis 2,45 Metern, die eine Deckenkonstruktion aus Trapezblechen tragen. Die Binder liegen über Gabellager auf Stahlbetonfertigteilstützen. Entlang der Tribüne muss die Fassade über einen Unterzug abgefangen werden, da sich darunter die Umkleideräume befinden. Die massiven Gebäudeabschnitte stehen auf einer tragenden Bodenplatte, die Dreifeldhalle auf Punktfundamenten.

Der Bestand wird saniert. In den Gebäuden aus den 1950er-Jahren werden teilweise tragende Wände entfernt und durch Stahlrahmen ersetzt. Alternativ gibt es die Idee, die benötigte Fläche durch einen Anbau zu erreichen. Diese Gedankenspiele sind aber noch nicht beendet und sind Teil eines künftigen Bauabschnitts.

„Bei den Neubauten achten wir auf klare Systeme. So oft es geht, wollen wir mit Fertigteilen arbeiten, um den Bauablauf zu beschleunigen und die Kosten zu senken.“

Dipl.-Ing. Dirk Hess
Projektleiter
Sekundarschule Am Biegerpark
Sekundarschule Am Biegerpark
Sekundarschule Am Biegerpark

Bildrechte: © Entwurf und Visualisierung RKW Architektur +

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