Grand TowerFrankfurt am Main

Grand Tower
BGF
44.000 m²
BRI
160.000 m³
Architektur
Magnus Kaminiarz & Cie. Architektur, Frankfurt am Main
Auftraggeber:in
gsp Städtebau GmbH, Berlin

Im wahrsten Wortsinn überragend

Der Grand Tower in Frankfurt war bei seiner Fertigstellung das höchste Wohnhochhaus Deutschlands, rund 180 Meter ragt der ikonische Turm mit den charakteristischen Loggia-Elementen über der Europa-Allee auf. Für uns als Ingenieure bot das Gebäude mehrere Herausforderungen: Wie passen wir die Tragstruktur an eine Wohnnutzung an? Wie sorgen wir für eine sichere Gründung des immensen Volumens? Und wie reagieren wir auf den Wunsch nach rotierenden Grundrissen?

„Die Besonderheit dieser Aufgabe bestand für uns als Tragwerksplaner darin, die für Büro-Hochhäuser üblichen Tragstrukturen an die speziellen Anforderungen einer Wohnnutzung anzupassen.“

Dipl.-Ing. Arne Huth
Projektleiter

„Highrise Living“ ist längst nicht mehr nur in New York oder Tokio angesagt – auch in deutschen urbanen Zentren strebt man in die Höhe. Ein Vorreiter ist der Grand Tower in Frankfurt, ein zukunftsweisendes Hochhaus mit über 32.000 m2 Wohnfläche, verteilt auf 47 Etagen. Insgesamt besteht das Gebäude sogar aus 53 Stockwerken: zwei Untergeschosse, das Erdgeschoss, 47 Obergeschosse und darüber noch drei Technikgeschosse. Die Wohnungen bieten Panoramasicht über das exquisite Frankfurter Europaviertel und verbinden Komfort, Sicherheit und dauerhafte Qualität auf wortwörtlich höchster Ebene.

In die Höhe gedacht, in der Tiefe verankert

Für uns galt es, die für Büro-Hochhäuser üblichen Tragstrukturen an die speziellen Anforderungen einer Wohnnutzung anzupassen. Schließlich sollte die Fassade mit den aufgesetzten Loggien Schwerelosigkeit vermitteln, die Innenräume sollten offen und lichtdurchflutet sein. So lag ein besonderes Augenmerk auf einer schlanken Struktur. Gleichzeitig bedachten wir auch eine geringere Beschleunigung der Auslenkung der Turmspitze und einen guten Schallschutz, die bei Wohnungen deutlich höheren Anforderungen unterliegen als bei Bürogebäuden. Bereits in der Entwurfsphase war es daher wichtig, das Zusammenwirken von Gestaltung, Akustik und Thermik mit Tragwerk, Konstruktion und Materialauswahl zu erfassen.

Zu den technischen Herausforderungen zählte die Planung einer aufwändigen Pfahl-Platten-Gründung. Diese Kombination aus Tief- und Flachgründung sollte 55 Groß-Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 168 Zentimetern und bis zu 50 Metern Länge mit einer entsprechend dicken Fundamentplatte kombinieren.

Eine weitere Besonderheit war der Wunsch nach unterschiedlichen Wohnungsgrößen in jeder Himmelsrichtung, in Kombination mit massiven Wänden zwischen den einzelnen Wohneinheiten. Diese Rotation der Grundrisse über die Etagen führte zu der Situation, dass die Last der schwereren Wände nicht nach unten bis zur Gründung durchgehen konnte. Unser Büro entwickelte deshalb ein flexibles System, bei dem die meisten schweren Wände für den Lastabtrag genutzt werden. Einige Wände sind durchgehend und wirken als Aussteifungswände, andere sind als wandartige Träger ausgebildet. Nur wenige Wände stehen als Last auf der darunterliegenden Decke.

Preisgekröntes Resultat

Neben diesen Herausforderungen lösten wir auch eine Vielzahl weiterer Aufgaben, wie etwa die Verzahnung des Gebäudes mit dem 12-stöckigen Parkhaus, oder die Planung des Bauablaufs. Am Ende stand ein einzigartiges Bauwerk, das mittlerweile mit dem German Design Award und dem European Property Award ausgezeichnet wurde und es außerdem in die Top Ten des renommierten Emporis Skyscraper Awards 2020 schaffte.

Grand Tower
Grand Tower
Grand Tower

Bildrechte: Claus Graubner, Meriag | Roman Gerike, gsp Städtebau | Roman Gerike

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