Anne-Frank-GesamtschuleDuisburg
19.780 m²
100.480 m³
RKW Architektur + (Generalplaner),
Drees & Sommer, Köln
SD Schulbaugesellschaft Duisburg mbH, Duisburg
Im Auftrag der Schulbaugesellschaft Duisburg plant das Architekturbüro RKW den Neubau der sechszügigen Anne-Frank-Gesamtschule in Duisburg-Röttgersbach. Das Gebäude entsteht auf einer ehemaligen Schulbrache mit einer Größe von etwa 25.000 Quadratmetern. Zum Schuljahr 2026/27 beginnt im Neubau der Unterricht für rund 1300 Schüler und Schülerinnen.
Der Grundriss der Schule beruht auf einem unregelmäßig polygonalen Grundriss. Die Fassade des Erdgeschosses hebt sich farblich von den zwei Obergeschossen ab und ist an zwei Seiten unterbrochen. An diesen Stellen verschmilzt der ansonsten umschlossene Innenhof mit dem Außengelände. Dort – etwas abseits des Schulgebäudes – entsteht als Ergänzung eine Vierfeldsporthalle als eigenständiges Gebäude. Bei der Planung des Grundrisses war es den Bauherren wichtig, möglichst flexibel auf sich ändernde Rahmenbedingungen in der Bildungslandschaft reagieren zu können. Deshalb werden lediglich die Treppenhäuser, Brandwände und Brüstungen als aussteifende Elemente massiv ausgeführt. Alle anderen Wände werden in Trockenbauweise erstellt. Das Tragwerk besteht aus durch alle Geschosse durchlaufende Stützen. Zwei Stützenreihen befinden sich in der Mitte des Gebäudes, jeweils eine in der Fassadenebene. Die Lasten werden in eine durch Einzel- und Streifenfundamente verstärkte Bodenplatte abgeleitet. Das Stützenraster lässt in den Verwaltungsbereichen einen Dreibund zu, die Klassen- und Fachräume sind dagegen als Zweibund organisiert. Großzügige Flure werden zu Aufenthaltsräumen und Begegnungsstätten. Eine Sonderstellung nehmen die Mensa und die Aula ein. Beide sind zweigeschossig ausgeführt. Die Aula wird mit hochwertiger Technik ausgestattet und soll auch für außerschulische Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Dasselbe gilt für die Sporthalle. Sie ist ein separates Gebäude und besteht aus einem Nebentrakt, in dem sich die Umkleiden sowie die Geräteräume befinden, sowie aus einer Vierfeldhalle, bei der drei Felder zu einem Großfeld zusammengeschlossen werden können. Die Herausforderung war, die Halle 30 Meter weit stützenfrei zu überspannen. Dafür verwenden wir bis zu 2,40 Meter starke Fischbauchträger, die auf Fertigteilstützen aufliegen. Zur Aussteifung wird der massiv ausgeführte eingeschossige Nebentrakt genutzt, der teilweise auch als Tribüne zugänglich ist. Zwischen den Trägern ist eine Subkonstruktion aus Stahlprofilen angebracht, die bestimmte Sportgeräte wie Kletterseile trägt. Auch die Sporthalle ist auf einer Bodenplatte gegründet, die unter den Stützen durch Einzelfundamente verstärkt wird. Unter dem Nebentrakt ist sie 30 Zentimeter stark, unter der Halle lediglich 20 Zentimeter. Dort sind an einigen Stellen Aussparungen für Bodenhülsen vorgesehen, in die Stützen für zum Beispiel Volleyball- oder Badmintonnetze eingelassen werden können. Die gesamte Halle ist mit einer eingeschossig geschlossenen Fassade umgeben. Darüber sorgen Oberlichter für natürliches Licht.
„Durch die Tragstruktur aus einem durchgehenden Stützenraster in Kombination mit Leichtbauwänden können die Räume bei langfristigen Veränderungen der Nutzung ohne allzu großen Aufwand umstrukturiert werden.“


Bildrechte: Entwurf RKW Architektur + und Visualisierung Formtool, Anton Kolev


